T. Lux
Feininger

Vita

1910 1910
Geboren am 11. Juni in Berlin-Zehlendorf als dritter Sohn von Julia (geb. Lilienfeld, verh. Berg, 1881-1970) und Lyonel Charles Adrian Feininger (1871-1956). Seine Geschwister sind Andreas (1906-1999) und Laurence (1909-1976) und aus der ersten Ehe des Vaters (mit Clara Fürst, 1879-1944) die Halbschwestern Eleonore ("Lore", 1901-1991) und Marianne (1902-1999).

[Julia Feininger mit Andreas, Laurence und Theodore Lux und Kindermädchen; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1919
Übersiedlung der Familie nach Weimar, wo Lyonel Feininger zum Meister an das neu gegründete Bauhaus berufen wird. Beginn freudloser Schulzeit in Weimar; die Geschwister leiden unter dem kleinstädtischen Nationalismus und Antisemitismus und unter der den Bauhäuslern generell entgegengebrachten ablehnenden Haltung.

Diese bürgerlichen Spießer hassten die Weimarer Republik und ihre Einrichtungen...; Leute, die sich noch nie einen Dreck um Kunst geschert hatten, sahen sich jetzt genötigt, sich mit allem, was nur irgendwie anti-Bauhaus war, zu verbünden. Vom Hass auf das Produkt kamen sie schnell zum Hass auf die Produzenten, und von diesen zu deren Kindern war es nur ein kleiner Schritt. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl. S. 36)
1922 1922
Verbringt den Sommer bei Erich und Sidi Heckel in Osterholz an der Flensburger Förde. Besuch in Hamburg.

[Lux in Weimar, um 1922, Foto: T. Lux Feininger Estate]
1924 1924
Bis Frühjahr 1925 Besuch der an Reformpädagogik orientierten Neuen Schule in Hellerau bei Dresden, gemeinsam mit Bruder Laurence.

Ich habe in Hellerau Augenblicke von so strahlender Lebensfreude erlebt, sowohl körperlicher wie auch geistiger Art, dass man sie leicht für einen Vorgeschmack auf die Elysischen Felder halten kann... (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl. S. 52)

Mit seinem Vater erster Sommeraufenthalt in Deep an der Ostseeküste [jetzt: Mrzeżyno, Polen], dem bis 1935 jährlich weitere folgen.

[T. Lux, Lyonel und Julia Feininger; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1925
Beginn der Beschäftigung mit Fotografie.
1926 1926
Umzug nach Dessau.
Bis 1929 Studium (Nachdiplom 1929-1932) am Bauhaus in Dessau, seine Lehrer sind Josef Albers (Vorkurs), Wassily Kandinsky, Paul Klee, Laszlo Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer (Bühnenklasse).

T. Lux Feininger, Foto: Werner Jackson (Isaacsohn) ca. 1926/27/Scan aus 'Bauhaus Fotografie'
1927
Vertreten von der Berliner Photoagentur DEPHOT.
1928 1928
Mitglied der Bauhauskapelle (zunächst Banjo, später auch Klarinette), bis 1932

Das Studium am Bauhaus absolviert er stolz aber nicht ohne Skepsis. In der in der Zeitschrift bauhaus gedruckten Befragung unter Studierenden antwortet er ("lux feininger, 4. semester, bühne, hat vorher nur die schule besucht") dezidiert auf die Frage nach der Kritik von Bauhaus-Gegnern, die 'ausbildung verachte bewährte methoden' (7): die kritik der bauhaus-gegner erscheint mir insofern falsch, als ich die führenden köpfe am bauhaus für fähig halte, zu wählen, was von den "bewährten methoden" ihnen geeignet erscheint. sie ist aber deshalb richtig, weil besonders unter den studierenden eine bisweilen überhebliche prinzipielle ablehnung der vergangenheit platz gegriffen hat. dies erscheint mir als besonders gefährlich.
Und auf die Frage: "worin sehen sie den gegensatz zwischen "kunst" im herkömmlichen und "gestaltung" im neuen sinn?" antwortet er ausweichend aber selbstbewusst: (8) infolge meiner ganz besonderen einstellung, die vielleicht nicht ins bauhaus paßt, möchte ich mich hierzu nicht äußern. [bauhaus – zeitschrift für gestaltung 2/3, 1928, 2. Jahrgang, S 24 ff.]

[T. Lux mit Banjo, Andreas fotografiert; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1929 1929
Teilnahme an der FiFo. Film und Foto Internationale Ausstellung des Deutschen Werkbunds in Stuttgart. Bauhaus-Diplom. Im Sommer Hinwendung zur Malerei, einer Empfehlung seines Kommilitonen und Freundes, Clemens Röseler, folgend

Nachdiplom-Studium am Bauhaus, bis 1932

[T. Lux Feininger & Hermann Clemens Röseler; Foto: Lore Feininger, Feininger Estate]
1930 1930
Ende November mit zwei Gemälden in der „Kunstblatt-Ausstellung“ Künstler im Reich, Reckendorfhaus, Berlin, unter dem Namen Theodore Lux vertreten.

Ich hatte mit „Theodor Lux“ signiert. Von meinem Vater ermutigt, hatte ich mich entschlossen, diesen „nom de guerre“ anzunehmen, allerdings gegen den Einwand meiner Mutter… Ursprünglich kam die Idee, mit einem neuen Namen zu signieren, von Röseler. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, S. 91)

Erstaunlich ist das [gemeint ist der Raumaufbau] geschehen in den eigenartigen Bildern von Theodor Lux. Dieser 20 jährige aus Dessau - er ist 1910 geboren - überrascht durch die Bewußtheit der Flächentektonik. Die Nuancierung der Farben, die eigenwillige Silhouette der Figuren, das geistvolle Spiel von Geraden und Winkeln dieser Segelboote ist ganz aus dem Flächenrhythmus heraus bestimmt. Bei der "Einfahrt nach Havanna" mag man an populäre englische Farbstiche denken, bei dem "Piratenschiff" mag die Farbgebung noch etwas zu laut, zu bunt erscheinen; unverkennbar aber ist, daß diese Kompositionen von einem jungen Menschen stammen, dem malerische Gestaltungsfähigkeit im Blute liegt und der auch ganz danach geartet scheint, eine eigene Spezies zu entwickeln. (Paul Westheim, in Das Kunstblatt, Dezember 1930, S. 358-369)

Obwohl als Amerikaner geboren, muss er dem amtlichen Procedere folgen und lässt sich am 18. November die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten von Amerika offiziell bestätigen.

Studio Dessau 1930, Foto: Lyonel Feininger
1931 1931
Ausstellung einiger Gemälde im Bauhaus in Dessau.
Die Anhänger derselben Strömung, die Schlemmer dazu veranlasst hatte zurückzutreten..., lehnten meine Gemälde als "gesellschaftlich bedeutungslos" ab. In der Welt außerhalb des Bauhauses erging es mir besser. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, S. 91)

Ankauf von Fotografien durch Philipp Johnson für das Museum of Modern Art, New York. Im Sommer Reise in die Schweiz; anschließend in die Bretagne.

Zieht von zuhause aus und, in Ateliergemeinschaft mit Clemens Röseler, in das als „Ziegelei“ bezeichnete Wohnhaus einer stillgelegten Ziegelfabrik in Dessau.

Lux hat in den letzten Tagen sehr freie, gute Farbzeichnungen gemacht. Er befindet sich in einem neuen Stadium des inneren Wachstums. (Lyonel Feininger an Julia, Deep 17.9.1931)

[Ernst Egeler, rechts & Lux Feininger, links, in Fontana Martina, Ronco, Lago Maggiore, June 1931; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1931/32 1931/32
Einzelausstellung im Kunstverein Erfurt, begleitet von beachtlichem Interesse und einigen guten Verkäufen.

[Lux beim Besuch in Lyonels Turmatelier in der Moritzburg Halle; Foto: Estate of T. Lux Feininger]
1932 1932
Besuch bei seinem Bruder Andreas in Hamburg. Einmonatiger Aufenthalt in Paris. Erstmals Einladung, in der Carnegie International Exhibition in Pittsburgh auszustellen. Es folgen Ausstellungsbeteiligungen in den Jahren 1933 - 1937, 1943 und 1946 - 1948.

Lux fängt an, eine merkliche, wichtige Neu-Orientierung in seiner malerischen Arbeit durchzumachen, dadurch dass er jetzt mit richtigem Papier, in grösserem Format, und mit Kohle-Aufzeichnung arbeitet. Anfangs fiel es ihm sehr schwer, sich damit abzufinden – doch ist er nach wenigen Versuchen, zwangsläufig fast, auf eine unbedingt fortgeschrittenere Sehweise und zu einer grösseren Bildauffassung gekommen, die alles mögliche erwarten lässt. (Lyonel Feininger an Julia, Deep 9.6.1932)

Im Herbst Umzug nach Paris.
Bis 1935 jährlich Reisen nach Deutschland und nach Schweden.

[Lyonel und Lux; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1933 1933
Teilnahme an der Internationalen Ausstellung der College Art Association in New York und Cleveland.

[Foto: T. Lux Feininger Estate]
1934 1934
In Paris hat er gerade in das schöne, glänzende neue Apartment im neuen Gebäude der No. 93, avenue des Moulineaux in Boulogne-sur-Seine, au cinquième bezogen, da kommt die Nachricht vom Tod seines Kommilitonen und Freundes Hermann Clemens Röseler. Er reist nach Koblenz, um Edith, dessen Witwe, zu unterstützen. Unter diesem Eindruck malt er, zurück in Paris, das Bild "Burial at Sea"/"Seebestattung*". Und: Vierundzwanzig Jahre später habe ich das … Bild von ihrer Hochzeit gemalt, "The Marriage at Coblentz"/"Die Hochzeit von Coblenz" (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 139-141)

Wir hatten entzückende Wochen zusammen mit den Junx; zuerst kam Lux, im Mai, und vielleicht sah der Junge abgemagert aus! aber was ist bald aus ihm hier geworden? Ein junger Gott aus Bronze! (Lyonel Feininger an Ilse Garbe [she. Foto] am 28.7.1934)
Und bald kommt Lux auch, und dann wird’s beinahe wie früher. Der Gute, hat es satt in Paris, aber was er von seiner letzten Arbeit schreibt, klingt sehr ermutigt. (Lyonel Feininger an Julia, Kuhtz, am 13.10.1934)

[Foto: T. Lux in Deep 1934, Foto: Lyonel Feininger]
1935 1935
Im Januar Rückkehr aus Paris nach Berlin. Verkauf eines seiner in der Internationalen Carnegie-Ausstellung, Pittsburgh, gezeigten Gemälde.

Emotional war ich bereit, Paris zu verlassen; auch plötzlicher Wohlstand konnte mich nicht in Versuchung bringen… Meine Eltern lebten nach ihrem Nomadenleben 1933/34 nun in Berlin-Siemensstadt und rechneten mit meinem Kommen. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl. S. 146)

Einzelausstellungen in der Galerie Karl Nierendorf, Berlin und der Galerie Commeter, Hamburg. Aufenthalt in Hamburg, skizziert im Hafen und an der Elbe.

Theodor Lux, ein Künstler, den die Galerie Nierendorf vorstellt, macht mit einem Reichtum an mäßig umfangreichen Bildern, aus seiner fantastisch-romantischen Welt, in denen Takelagen und Segel von Schiffen immer wieder die beherrschende Rolle einnahmen, keineswegs den Eindruck eines Anfängers. (Anonym, in: Die Weltkunst, 3.2.1935)

Lux had just sold 3 pictures in Hamburg – small ones – for a very reduced price. He’s happy and it means enough for him to get over the summer, all in all. No criticisms as yet, and – a very hard knock for the boy. The Kulturk. [Reichskulturkammer] has written, demanding to receive proof that Lux is “arisch” - … the matter can rest for a few days – Lux has time until the 25th of the month for his answer, you may be able to help with advice. (Lyonel Feininger an Julia, Berlin 1.4.1935)

Was in town to see Lux’ pictures at Nierendorf’s and to speek with Karl N. about the affairs of the K.K. [Reichskulturkammer]. Lyonel Feininger an Julia, Berlin 3.4.1935)

Gestern war ausnahmsweise warme Luft und die Sonne war auch da, und ich war fast 3 Stunden unterwegs spazieren – indes Lux vormittags gesegelt hat in extreme böigem Wetter und dafür den ganzen nachmittag oben festgeklemmt an der Staffelei sass. Er schafft. Er schafft enorm – im Grunde mit einer Sparsamkeit die so reibungsloses Schaffen ermöglicht – in der Zeit, die er braucht zu einem vollkommen harmonisch zu Ende geführten Bilde, würde ich vielleicht an Anstrengung und Leidenschaft – die der Umwälzung und der endgiltigen Ordnung dienen sollen, das zehnfache an Arbeit leisten, um noch lange nicht zu einem Resultat zu kommen. Immer von neuem bewundere ich die folgerichtige Einfachheit seines Schaffens, technisch und darstellerisch – während ich an andere Voraussetzungen gekettet bin die aus meinen Leinwänden Kampfplätze macht. […] Lux kam Bescheid von der K.K.-Angelegenheiten, Ausländer brauchen, um in Deutschland im 3. Reich auszustellen, nicht der Kammer anzugehören, nur muss der Kunstausstellungs-Veranstalter die Erlaubnis zur Ausstellung einholen. Infolgedessen fällt die ganze schäbige, quälende Frage für Lux fort, und der Junge ist unendlich erleichtert in seinem Gemüt. (Lyonel Feininger an Julia, Deep 11.3.1935)


[Foto: Bauhaus-Archiv, Berlin]
1936 1936
Einzelausstellung in der Galerie Karl Nierendorf, Berlin, gute Rezensionen und Verkäufe.

Dies sind Zeichen des Erfolgs, aber wie kurzlebig er war, zeigt eine Bemerkung von einem nazitreuen Kunstkritiker [Karl] Nierendorfs Bruder Josef gegenüber …, der ihm vertraulich riet aufzuhören, "diesen Theodor Lux" auszustellen, wenn er weiterhin unbehelligt bleiben wolle. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 148)

Im November von Bremerhaven aus Übersiedlung nach New York. Ankunft in New York am 16. November 1936.

Ich ging erst im November 1936 in die Vereinigten Staaten. Ich kann mich nicht mehr entsinnen, was mich ein weiteres Jahr in diesem verhängnisvollen Land hielt. Physisch gesehen war es erträglich. Aber ich war entschlossen …: Die Konstellation aus "Reichswehr", "Braunhemden" und Zwangsarbeitern, die ich in Deep beobachtet hatte, … sprach für sich selbst. Ich wollte unbedingt in ein Land kommen, in dem ich mich der richtigen Seite anschließen konnte, wenn losbrach, was in meinen Augen unvermeidlich war [- Krieg]. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 154)

[Meines 65-jährigen Vaters] illusorische "Gewissheit", dass sich "das alles" bald in Luft auflösen werde, ist der der am schwersten wiegende Fehler, den ich seiner Urteilskraft anlasten muss. … Als wir uns verabschiedeten, ließen wir offen, wann und wo wir uns wiedersehen würden. Erst im März des folgenden Jahres dämmerte es meinem Vater, dass es fast überall besser war als dort, wo er war, und was den Zeitpunkt betraf: Je eher desto besser." (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 155-156)


[T. Lux mit Julia Feininger; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1937
Im Januar Einzelausstellung in der Galerie Commeter, Hamburg

Theodor Lux, der Sohn Feiningers, stellt jetzt zum zweiten Mal bei Commeter aus. Seine Marinebilder mit all ihrer Seefahrerromantik scheinen auch für Menschen der Wasserkante besonders geeignet zu sein. Segelschiffe mit voller Takelage, Mädchen und Matrosen, See und Wolken, sie stellen das immer wiederkehrende Thema dieser Bilder dar. In ihrer starken Farbigkeit, der klaren plastischen Gestaltung, der sauberen und minutiösen Genauigkeit in der Behandlung alles Gegenständlichen lässt diese Malerei das Biedermeier wieder lebendig werden. (Karla Eckert, in: Hamburger Tageblatt, 13.1.1937)

Der Beifall den die sonderbaren, dekorativen Schiffsbilder des Feininger-Sohnes Theodor Lux im vergangenen Jahr gefunden haben, hat Commeter veranlasst, neue Arbeiten dieses eigenartigen Künstlers auszustellen: Bilder von rauschhaft-romantischer Farbigkeit, in denen Genauigkeit und Phantastik eine seltsame, indessen überzeugende Mischung eingegangen sind (Ernst Sander, in: Hamburger Fremdenblatt, 8.1.1937)


In New York ist die Kamera ständiger Begleiter seiner Streifzüge. Motive findet er an den Piers und in den Straßen Manhattans - Menschengruppen, Lastwagen, Schiffe und Lokomotiven unter Dampf; manche zitiert er in Zeichnungen, einige verdichten sich in Gemälden.
Der zunächst eher dokumentarische Blick auf die ihm unbekannte Stadt weicht im Jahr 1939 wieder freien Perspektiven und kreativen Bildkompositionen. Das künstlerische Schaffen endet jäh mit dem Kriegseintritt der USA 1941.
1939 1939
Nach 5 Jahren, im April Wiedersehen mit Bruder Laurence in New York, trotz guter, wieder vertraulicher Gespräche beharrt er auf die Rückkehr nach Rom und schifft sich im Juli Richtung Genua ein, nur drei Wochen vor Hitlers Überfall auf Polen.

Das Herannahen des Krieges konnte man anhand des verstörten Verhaltens von Menschen, die vorher vernünftig und ausgeglichen zu sein schienen, voraussehen. Wie zu erwarten, blieben meine Träume auch nicht untätig. … (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 179)

Das intensive Schaffen der vergangenen Monate wird im Sommer durch Verkäufe einiger Gemälde an private Sammler belohnt.

Mein Sparstrumpf war dank einiger Bildverkäufe gut gefüllt, und so unterschrieb ich ich ohne große Bedenken einen Jahresmietvertrag für das Apartment im dritten Stock der Perry Street 118. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl., S. 180)

"We hope soon to have Lux here on a visit. For the present, he is hard at work, painting, in his little apartment on 85th Str. … He has been having much encouragement lately, and has been selling some paintings for very good prices. Critics are now getting alive to the fact that hewre is a decidedly original young American artist…" (Brief von Lyonel Feininger, Falls Village, CT, am 8. August 1939, Adressat unbekannt)


[Foto: T. Lux Feininger Estate]
1940
Ausstellung gemeinsam mit Ben Shahn in der Julian Levy Gallery, New York.
1941
Der japanische Angriff auf die Flotte der US-Navy in Pearl Harbor am 7.12. erschüttert ihn tief; es folgen Kriegseintritt der USA und seine Einberufung. Diese Zäsur wird ihn später dazu veranlassen, sein künstlerisches Werk einzuteilen in "vor Pearl Harbor" und "nach Pearl Harbor".
1942 1942
Im April Einberufung; bis 1945 Dienst in der United States Army.
Vom 19. Oktober 1943 bis 2. September 1945 Dienst als T[echnical] Sergeant der Military Intelligence Devision, War Department. Im Stab der Feindaufklärung bedient man sich seiner Fähigkeiten; für ein vertrauliches Register zeichnet 'Sgt. T. Feininger' gegenerische Waffensysteme und Stellungen, das der Truppe zur Identifikation dient.

[Foto: T. Lux Feininger Estate]
1943
Teilnahme an der Ausstellung American Realists and Magic Realists im Museum of Modern Art, New York.
1944 1944
Am 11. November Heirat mit Jeanne Sinon (Paterson, NJ 1914 – 1949 New York, NY).

[Foto: T. Lux Feininger Estate]
1945 1945
Mitte der 1940er Jahre Wiederaufnahme der künstlerischen Fotografie. Unter anderem entstehen experimentelle Tele-Perspektiven unter Verwendung eines Opernglases (Fotos links oben und rechts mittig) oder eines Feldstechers der deutschen Wehrmacht (unten). Während der nächsten fünf Jahre findet er seine Motive in den Straßen Manhattens, auf Bahnhöfen, an Landungsbrücken, am East River... Andreas Feininger erläutert diese Arbeit in seinem Standardwerk Advanced Photography - Methods and Conclusions, New York 1952, S. 74 ff.

[T. Lux Feininger, fotografische Experimente, Fotos links: Andreas, rechts: T. Lux Feininger, 1952, T. Lux Feininger Estate]
1946 1946
Unter dem „G.I-Gesetz“ Aufnahme des Studiums am Institute of Fine Arts, Universität New York, bei den Professoren Salmony, Lopez-Rey, Friedlander und Cook.

[Lyonel, Andreas, Laurence und Jeanne; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1947 1947
Im Februar Einzelausstellung in der Julian Levy Gallery, New York, dort erstmals unter dem Namen T. Lux Feininger.

[Foto: ART News 1947]
1949
Am 16. Mai stirbt Jeanne nach langer Krankheit an Magenkrebs in New York City.
1950 1950
Lehrer für Gestaltung am Sarah-Lawrence College, Bronxville, NY, bis 1952

Commencent 1952 at Sarah Lawrence: Kurt Roesch and Lux F. [Foto: Lyonel Feininger, T. Lux Feininger Estate]
Teilnahme an der Ausstellung Revolution and Tradition in Modern American Art im Brooklyn Museum, New York.
1953
Umzug nach Cambridge, MA, Dozent für Zeichnen und Malerei an der Harvard University.
1954
Ausstellung Four Painters im Massachusetts Institute of Technology, Boston, MA. Teilnahme an der Ausstellung Reality and Fantasy im Walker Art Center, Minneapolis, MN.
1955 1955
Am 17. Dezember Heirat mit Patricia (Pat) Jean Randall (Springfield, MA 1.9.1925-14.11.1999 Cambridge, MA).

[Foto: Lyonel Feininger, T. Lux Feininger Estate]
1957
Teilnahme an der Ausstellung Bauhaus-Maler auf der Biennale in Sao Paolo, Brasilien. Geburt des Sohnes Lucas.
1959
Geburt des Sohnes Conrad.
1962
Wechsel von der Harvard University zur Boston Museum of Fine Arts School als Lehrer für Zeichnen und Malerei.
Retrospektive im Busch-Reisinger Museum, Cambridge, MA.
1963 1963
Kauf und Bezug des Hauses Arlington Street 22 in Cambridge während der Kubakrise, die ihrem Höhepunkt zustrebte. ... [Es war] in Pats Augen eine bessere Gegend für unsere Söhne ... und somit auch in meinen, weil ich ihrem Urteil blind vertraute, wenn es um das Wohl unserer Kinder ging. (T. Lux Feininger, Zwei Welten, 2. Aufl. S. 290)

[Arlington Street 22, Foto: SC 2011]
1965
Geburt des Sohnes Charles.
Veröffentlicht mit dem Bruder Andreas, der die Fotografien macht, den Band Lyonel Feininger. Die Stadt am Ende der Welt.
1970
Kauf eines historischen Hauses mit Werkstatt von einem Küfer, nahe dem Fischereihafen von Westport Point, MA. Zukünftig werden er und seine Familie dort die Sommer verbringen.
1974 1974
Kurzaufenthalt in Deutschland wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse an Werken seines Vaters.

[Lux, Lore und Laurence Feininger in Berlin, Foto Galerie Nierendorf, Berlin]
1975 1975
Ausscheiden aus dem Lehramt.

[T. Lux in Westport; Foto: Conrad Feininger]
1980 1980
Beginn der umfassenden Archivierung seines fotografischen Oeuvres, angeregt durch das Interesse des New Yorker Galeristen Eugene Prakapas. Für eine Ausstellung wählt der Künstler 202 frühe Fotografien aus, die er in seiner Liste der "Bauhaus-related photographies" beschreibt.

Die erste große Ausstellung seiner Fotografien, T. LUX FEININGER. Photographs of the Twenties and Thirties, in der Prakapas Gallery, New York (1.11.-13.12.1980), wird ein großer Erfolg.

[Studio Arlington Street 22; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1983
Zweite große Ausstellung seines fotografischen Werks in der Prakapas Gallery New York (17.6.-15.7.1983), ca. 100 Fotografien aus den 1930er und 40er Jahren werden gezeigt.

Kurzaufenthalt in Deutschland wegen juristisch ungeklärten Eigentumsverhältnissen an Werken seines Vaters sowie zwölf eigenen Gemälden.
1988 1988
Zweite Ausstellung in 'Gallery on the Green' in Lexington, MA

[T. Lux und Conrad Feininger; Foto: T. Lux Feininger Estate]
1995 1995
Ausstellung von Gemälden aus den Jahren von 1954 bis 1994 in der Galerie Achim Moeller Fine Art, New York.

[T. Lux und Pat in New York; Foto: Conrad Feininger]
1998
Retrospektive der Gemälde in der Staatlichen Galerie Moritzburg in Halle/Saale und anschließend im Altonaer Museum in Hamburg
1999
Am 14. November stirbt Patricia (Pat) im Alter von 74 Jahren in Cambridge, MA.
2001
Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen zusammen mit Werken seines Vaters Lyonel und Fotografien seines Bruders Andreas in der Städtischen Galerie Karlsruhe.
2006
Die Autobiographie „Zwei Welten. Mein Künstlerleben zwischen Bauhaus und Amerika“ erscheint.
2010/11
Jubiläumsausstellungen, „Welten-Segler T. Lux Feininger zum 100. Geburtstag Werke 1929-1942“, in der Kunsthalle zu Kiel, der Städtischen Galerie am Abdinghof Paderborn, der Lyonel Feininger-Galerie Quedlinburg und in den Ausstellungsräume der Stiftung Ahlers Pro Arte/Kestner Pro Arte in Hannover.
2011
Gestorben in Cambridge, MA, am 7. Juli.
Memorial im Busch-Reisinger Museum/Harvard Art Museums, Cambridge, am 23. Oktober.
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